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Titelbild Ausgabe 3/4 2012

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Ausgabe 3/4

Arbeit und Privates

Funkstille in der Freizeit

Vorbildlich: Bei Daimler können die Mitarbeiter seit Anfang des Jahres alle E-Mails löschen lassen, die während ihrer Abwesenheit ankommen. Dass das Anliegen trotzdem bearbeitet wird, ist nur eine neue Spielregel, um Arbeit und Privates miteinander zu vereinbaren.

1.200 ungelesene E-Mails nach nur zehn freien Tagen? Alleine mit dem Lesen, Sortieren und Beantworten sind die ersten Arbeitstage geblockt. Selbst wer sich im Urlaub gut erholt hat, gerät so schnell wieder in Stress. Daimler will dem entgegenwirken: Um den elektronischen Posteingang während des Urlaubs zu entlasten, können die Mitarbeiter eingehende E-Mails während der Abwesenheit automatisch löschen lassen. Gleichzeitig weist eine Abwesenheitsnotiz den Absender auf den zuständigen Vertreter hin, so dass jedes Anliegen dennoch bearbeitet werden kann. Wilfried Porth, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Daimler, erklärt: "Diese neue Spielregel zur E-Mail-Abwesenheit ist eine ganz wesentliche Maßnahme, damit unsere Belegschaft in Ruhephasen noch besser ‚Abschalten‘ kann."

Daimler hatte zuvor in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg die Studie "Ausgeglichen! – Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben" initiiert. Dafür wurden 6.000 Daimler-Beschäftigte aus Produktion und Verwaltung sowie Führungskräfte zur Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben befragt. Der Gesamtbetriebs-ratsvorsitzende Erich Klemm erklärt, es gehe nun vor allem darum, dass "die Beschäftigten die geschaffenen Möglichkeiten mit aktiver Unterstützung wahrnehmen können."

Der Autobauer Volkswagen hatte Ende 2011 bereits eine ähnliche Regelung erlassen. Die Smartphones von VW-Mitarbeitern können seitdem von 18.15 Uhr bis 7 Uhr morgens keine Mails mehr empfangen. Damit wollen Konzern und Betriebsrat den Erholungseffekt der Mitarbeiter nach Arbeitsende verstärken. Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat sich bereits für "Funkstille in der Freizeit" ausgesprochen stark gemacht. Sie fordert eine deutliche Trennung von Arbeit und Beruf.

"Unsere Arbeitswelt sieht sich mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert: Immer mehr Beschäftigte – Frauen wie Männer – wollen sich beruflich verwirklichen und sich gleichzeitig um die Betreuung der Kinder oder Pflege der Angehörigen kümmern. Daimler hat das Ziel, diese Anforderungen im Unternehmen aktiv aufzugreifen und optimal zu gestalten", sagt Wilfried Porth, Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei Daimler.

Um Beruf und private Belange zu vereinbaren, bietet das Unternehmen bereits seit Jahren einige Möglichkeiten. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, beispielsweise Teilzeitverträge, Jobsharing, Mobiles Arbeiten, Tele-Arbeitsplätze. Auch um die Frage der Kinderbetreuung hat sich Daimler Gedanken gemacht und bietet seit 2007 mehr als 470 Betreuungsplätze für Kleinkinder in Kinderkrippen an elf Standorten in Deutschland an – und baut das Angebot weiter aus.

| Bild: Funkstille in der Freizeit
Bild vergrößern Quelle: IAG
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Im Daimler-Mitarbeiterportal können sich die Beschäftigten zudem einen Überblick über Leitfäden und Angebote zur Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben verschaffen. Darüber hinaus sollen Eltern, die sowohl im Berufsleben als auch in der Kindererziehung aktiv sind, gefördert und Führungskräfte bereits zum Start ihrer Karriere zum Thema Work-Life-Balance sensibilisiert werden.

Angela Krüger (Universum Verlag)
redaktion@dguv-aug.de
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