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Ausgabe 1/2

| Bild: Flow |

Flow

Aus Freude an der Arbeit

Konzentriert, zielstrebig, zufrieden. Wer eine Aufgabe in diesem Zustand erledigt, erlebt einen Flow – das Gefühl, total vertieft in einer Tätigkeit aufzugehen: Leichtigkeit stellt sich ein, Fließen – Flow. Das kann keinen Acht-Stunden-Tag andauern. Aber viele Menschen erleben ihn immer wieder als Phase großer Zufriedenheit und Effektivität in ihrem Berufsalltag. Wem das gelingt, kann sich glücklich schätzen.

Auf die Frage, ob sie den Zustand des „Flow“ kennen, heben zwei Drittel der Teilnehmer bei der Fachkonferenz „Zukunft der Arbeit“ in Dresden die Hand. Der vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) geladene Referent Gerhard Huhn ist positiv überrascht und zieht den Schluss: „Es ist erfreulich, dass sich so viele von Ihnen mit ihrer Arbeit identifizieren. Offensichtlich können Sie Aufgaben im Einklang zwischen Anforderungen und Fähigkeiten bewältigen. Das macht glücklich.“ Huhn ist Geschäftsführer der Emergence GmbH und befasst sich professionell mit der Frage nach dem Glück, genauer nach dem Flow, wie ihn der Glücksforscher Professor Mihály Csikszentmihályi beschreibt. In Zeiten, wo Arbeit vor allem als Belastung beschrieben wird und Beschäftigte immer häufiger aufgrund von Burn-out oder Depressionen zum Rückzug aus ihrem Beruf gezwungen sind, lässt allein die Verknüpfung der Begriffe Arbeit und Glück aufhorchen.

Demnach ist ein Flow eine „optimale Erfahrung“, die einhergeht mit:
  • einem deutlichen Zuwachs an Selbstmotivation
  • einer Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit
  • einer größeren geistigen Flexibilität und Kreativität
  • einer leichten Bewältigung der Informationsflut
  • dem Erhalt und der Steigerung der Lernbereitschaft und -fähigkeit
  • einer Verbesserung des Gedächtnisses
  • einem Erstarken der eigenen Fähigkeiten
  • einer Steigerung des Kompetenzerlebens
  • innerer Ausgeglichenheit und Sicherheit
  • mehr Schwung und Lebensfreude.


„Das will ich auch!“, denkt man sofort und fragt nach dem rezept für den perfekten Flow. Laut Huhn ist die entscheidende Zutat die von innen kommende – so genannte intrinsische – Motivation. Zu diesem Schluss kam Csikszentmihályi durch Untersuchungen mit Menschen, für die Flow-Erfahrungen typisch sind, unter anderem Bergsteiger, Schachspieler, Chirurgen und Leistungssportler. Sie erleben beim Spiel, beim Sport oder beim Ausüben ihres Berufes einen Zustand höchster Zufriedenheit. Dieser fällt scheinbar vom Himmel, ist bei genauerer Betrachtung aber meist das Ergebnis einer optimalen Planung. Ziel des Plans ist allerdings nicht, einen Flow zu erreichen, sondern ein selbstgestecktes Ziel. Wer die wichtigen Schritte auf dem Weg dorthin wahrnimmt, erlebt eine Serie von Glücksmomenten: der Schachspieler mit jedem Spielzug das Aufgehen seiner Strategie, der Bergsteiger auf jeder Etappe das Erreichen des Gipfels, der Schreiner das Gelingen seines Werkstücks, der Tänzer bei einer perfekten Aufführung, der Informatiker beim Programmieren einer Anwendung…
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