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Titelbild Ausgabe 3/4 2012

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Juli 2010

Interview

„Unfälle sind sehr selten"

| Bild: Jochen Stürtz
Jochen Stürtz,
Berufsgenossenschaft
Rohstoffe und Chemische
Industrie (BG RCI)
|
ARBEIT UND GESUNDHEIT sprach mit Jochen Stürtz von der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemische Industrie (BG RCI) über Unfälle bei Sprengarbeiten.
Unterscheiden sich die Unfallzahlen bei Sprengarbeiten von anderen Tätigkeiten, die bei der BG RCI versichert sind?

Die Zahlen unterscheiden sich in der Tat deutlich von anderen Arbeitsbereichen, denn Unfälle sind hier sehr selten. Wir führen dies hauptsächlich darauf zurück, dass die Sprengberechtigten in Lehrgängen eine sehr fundierte Ausbildung erhalten. Außerdem wird ihre persönliche Eignung durch die zuständigen Behörden – in der Regel Gewerbeaufsicht oder Bergamt – regelmäßig geprüft. Die Sprengberechtigtenwissen, dass ihnen nach Unfällen der Befähigungsschein entzogen werden kann und dass Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz unmittelbar strafrechtliche Konsequenzen haben.

Wenn doch Unfälle passieren: Gibt es Szenarien, die häufiger vorkommen?
Die häufigste Unfallursache ist Steinflug. Zum einen wird manchmal durch Vermessungs- oder Bohrfehler zu viel Sprengstoff eingebracht – der Steinflug kann dann im Extremfallmehr als 1.000 Meter betragen und weit über den abgesperrten Sprengbereich hinausgehen. Zum anderen benutzen einige Sprengberechtigte beim Zünden nicht die vorhandenen Deckungsräume oder halten sich innerhalb des von ihnen selbst festgelegten Sprengbereichs auf.

Welche Betreuungs- und Präventionsmaßnahmen gibt es für Betriebe, die Sprengungen durchführen?
Sprengberechtigte werden in speziellen Lehrgängen, die insbesondere von der BG RCI und der BG BAU durchgeführt werden, aus- und weitergebildet. Außerdem muss jeder Sprengberechtigte mindestens alle fünf Jahre einen Auffrischungslehrgang besuchen. Im Bereich der Branchenprävention Baustoffe-Steine-Erden der BG RCI gibt es für die Sprengberechtigten spezielle Ansprechpartner zum Thema Sprengarbeiten.

Das Interview führte Franz Roiderer, redaktion@arbeit-und-gesundheit.de
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