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Aktuell

| Bild: Burnout
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Medien- und Lesetipp

Vorgesetzte können Burnout deutlich reduzieren

[Bertelsmann Stiftung/red 16.06.2010] - Weniger Burnout-Fälle, wenn Vorgesetzte ihre Mitarbeiter sozial unterstützen: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung.

Der Führungsstil trage wesentlich zur psychischen Gesundheit der Mitarbeiter bei, so die Kernaussage der neu erschienen Langzeitstudie des Schweizer Instituts "sciencetransfer" in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung. Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter bei der Arbeit sozial unterstützten, sinke das Burnout-Risiko in den Unternehmen erheblich. Beenden oder unterbrechen die Vorgesetzten ihre Unterstützung jedoch, so die Studie, steigen die durch Burnout bedingten Ausfälle in der Belegschaft schnell wieder auf den vorherigen Stand.

Sozial unterstützendes Verhalten gehört zu moderner Personalpolitik: Bereits eine um 20 Prozent intensivere Unterstützung seitens der Führungskräfte führe zu 10 Prozent weniger Burnout bedingten Erkrankungen. Ein derartiger Wert gilt arbeitsmedizinisch als deutliche Verbesserung.

Die Unterstützung könne einerseits instrumentell durch Arbeitsmittel, Tipps und Arbeitsentlastung erfolgen, andererseits emotional durch Zuspruch, Trost, Motivation und Zuhören, wie die Wissenschaftler des Instituts feststellten. Daher müsse sozial unterstützendes Verhalten zu einer ständigen Führungsaufgabe werden.

"Das sozial unterstützende Verhalten von Vorgesetzten muss zum festen Teil einer modernen Personalpolitik werden. Wer qualifizierte Fachkräfte halten und den wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens sichern will, wird die Burnout-Raten im Betrieb deutlich senken müssen," sagt Projektmanager Detlef Hollmann von der Bertelsmann Stiftung.

Die Schweizer Wissenschaftler bewerten soziale Unterstützung als gesundheitswirksame und erlernbare Führungsmethode für Vorgesetzte. Sie reduziere Belastungen der Mitarbeiter und beuge damit Arbeitsausfällen vor.

Die Messungen zur Studie wurden in den Jahren 2006 bis 2009 jährlich mit 120 Teilnehmern durchgeführt. Jede Befragung umfasste mehr als 250 Fragen zu 20 Gesundheitsaspekten. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 39 Jahre alt, davon 67 Prozent männlich. Die Stärke von arbeitsbezogenem Burnout wurde mit dem wissenschaftlichen Messsystem "Copenhagen Burnout Inventory" ermittelt.

Die Ergebnisse der Studie gibt es als Download auf den Internetseiten der Bertelsmann Stiftung.

Quelle: Bertelsmann Stiftung zur Übersicht