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Titelbild Ausgabe 3/4 2012

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März 2010

| Bild: Hebehilfe
© Fraport
|

Vakuum-Hebehilfe

„Besser als früher“

Die Vakuum-Hebehilfe am Frankfurter Flughafen erleichtert die Arbeit der Mitarbeiter im Gepäckservice: Sie müssen bis zu 83 Prozent weniger Last heben.

Seit gut einem Jahr nutzt der Gepäckservice des Frankfurter Flughafens drei Vakuum-Hebehilfen. In der Transferzentrale, in der das sogenannte „Umsteigergepäck“ in Containern oder Gepäckwagen ankommt und ausgeladen wird, helfen sie dabei, Koffer, Taschen und andere Gepäckstücke über eine Distanz von ein bis zwei Metern auf das Gepäckförderband zu heben.

Diese körperlich sehr anstrengende Tätigkeit ist eine der Hauptaufgaben im Gepäckservice des Frankfurter Flughafens. Die Folgen: erhöhte krankheitsbedingte Fehlzeiten und eine Leistungsminderung der Mitarbeiter. „Diesen Entwicklungen wollten wir – auch mit Blick auf eine älter werdende Belegschaft – entgegenwirken“, berichtet Joachim Fischer, stellvertretender Leiter des Bereichs Arbeitsschutz der Fraport AG. Die Fraport beschloss im Rahmen des Forschungsprojekts „Technologieinnovation, Arbeitsorganisation, Qualifizierung, Prävention – Systematisches Handlungskonzept für Produktivität und Gesundheit“ (TAQP), die Hebehilfen einzuführen. TAQP wird gemeinsam von der Fraport AG und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Seither erleichtern die Hebehilfen die Arbeit der Mitarbeiter im Gepäckservice: Ein Saugkopf erfasst die Gepäckstücke, sodass die Mitarbeiter sie nahezu ohne Kraftaufwand aus dem Gepäckwagen auf ein Förderband hieven können. Das Gerät wirdmit einer Hand bedient und ist für Rechts- und Linkshänder geeignet. Der Saugkopf lässt sich durch die 360-Grad-Drehung frei positionieren und kann dank eines Winkelgelenks Gepäckstücke auch seitlich ansaugen.

Was halten die Mitarbeiter von den Hebehilfen? Sie haben den positiven Einfluss auf die Gesundheit schätzen gelernt – insbesondere der Rücken sei entlastet. Dasmachen die Ergebnisse einerMitarbeiterbefragung deutlich: Von 94 Befragten haben 86 schon mit der Hebehilfe gearbeitet. Davon arbeiten 86 Prozent gerne mit ihr, 89 Prozent würden sie weiterempfehlen und 94 Prozent empfinden die Arbeit mit dem Gerät als weniger belastend. Auf die Frage, wie die Mitarbeiter ihre körperliche Verfassung am Ende eines Arbeitstagesmit Hebehilfe beurteilen, gaben 79 Prozent an: „besser als früher“. Als nachteilig bewerteten sie den etwas höheren Zeitaufwand und vereinzelt auch, dass sich nicht alle Gepäckstücke mit dem Gerät bewegen lassen.

Die CUELA-Messung (Computer-unterstützte Erfassung und Langzeit-Analyse von Belastungen des Muskel- und Skelettsystems), die im Rahmen des Projekts „TAQP“ vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung durchgeführt wurde, macht es deutlich: Sie stellte eine Reduzierung der zu hebenden Lasten um bis zu 83 Prozent für die Mitarbeiter fest. Durch intensivere Schulungen und Routine im Umgang mit dem Gerät sollen künftig sogar 90 Prozent erreicht werden. Um diese Routine zu erreichen, sind mittlerweile insgesamt neun Vakuum-Hebehilfen bei der Fraport AG im Einsatz.

DGUV/ak,
redaktion@arbeit-und-gesundheit.de
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