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Titelbild Ausgabe Juli 2010

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Februar 10

| Bild: Stark gegen Stress
© Ingram Publishing
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Prävention

Stark gegen Stress

Stress ist das Gefühl, nicht mehr allem gewachsen zu sein. Wer glaubt, dagegen nichts tun zu können, beschreitet einen gefährlichen Weg. Arbeit und Gesundheit entdeckte bei einem Seminar die Möglichkeiten persönlicher Stressprävention.

„Ich musste erst einmal lernen, nein zu sagen“, erzählt der sportlich schlanke Mittvierziger. Kaum zu glauben, dass er zwei Hörstürze hinter sich hat, einer davon liegt erst ein halbes Jahr zurück. Wir unterhalten uns am Rande eines Seminars zur persönlichen Stressprävention. Der Unternehmer ist einer der wenigen in der Gruppe, die bereits eine solche Zäsur erlebt haben. Er hat nach einem Klinikaufenthalt neben der gesundheitlichen Betreuung ein persönliches Coaching genutzt, um wieder auf die Füße zu kommen. Seine Lektion: Grenzen früher erkennen und klar abstecken, besser auf sich achten. Glücklicherweise hatte er bis dahin so erfolgreich gearbeitet, dass er es sich nun leisten kann, etwas kürzer zu treten. Nun genießt er seine neu gewonnene Souveränität offensichtlich. Von dem Seminar erhofft er sich noch ein paar praktische Tipps für den Alltag und das Festigen seiner „neuen Haltung“.

So viel Handlungsspielraum hat nicht jeder. Mit in der Gruppe sitzt die Mitarbeiterin einer kleinen Agentur, ihr Chef und ein Kollege sind auch dabei. Ein gutes Team, das Spaß hat und ordentlich etwas wegschaffen kann – dasmerktman sofort. Aber wenn es um leisere Töne geht, es bei den Entspannungsübungen darauf ankommt, in sich hineinzuspüren oder einmal über eigene Befindlichkeiten zu sprechen, fühlt sich keiner von ihnen wohl. Schwer vorstellbar, dass es in dieser Agentur Rückzugsmöglichkeiten gibt. Da wird das ungute Gefühl lieber mit einem lustigen Spruch weggewischt oder abends mit dem Bier heruntergespült.

„Viele Menschen nehmen solche Situationen als gegeben hin. Sie kommen gar nicht auf den Gedanken, ihren Handlungsspielraumzu nutzen, weil sie ihn nicht sehen“, weiß Hans-Peter Greif über solche Konstellationen zu berichten. Der Seminarleiter – in diesem Fall für den Träger der gesetzlichen Unfallversicherung VBG tätig – trifft in all den Jahren immer wieder auf die gleichen Muster, die sichmit zwei Extremen beschreiben lassen: Auf der einen Seite die energiegeladenen Macher, die bis zum Umfallen rackern, weil sie viel bewegen und erreichen wollen und ambesten immer alles selbstmachen. Auf der anderen Seite die Opfer der Umstände, die sich selbst nicht ernst genug nehmen, um auf sich zu achten.

Gar keine Lust mehr? | Bild: Keine Lust mehr?
© Ingram Publishing
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Wer seinen Alltag nicht mehr bewältigen kann, weil er sich häufiger antriebslos fühlt, sollte darüber mit einem Arzt oder Psychologen sprechen. Neben körperlichen Ursachen können auch Depressionen der Grund sein. Je früher diese behandelt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Es leiden in Deutschland schätzungsweise vier Millionen Menschen unter Depressionen, häufig stecken sie auch hinter dem besser klingenden Begriff „Burn-out“. Anlass zur Schamgibt es nicht: Diese Erkrankung des Gehirns wird durch eine Kombination von genetischer Veranlagung und den Lebensumständen ausgelöst – also ebenso wie beispielsweise Krebserkrankungen und Herzinfarkte.
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