Januar 10

© Banana Stock
Sprechberufe
Erfolgsfaktor Stimme
Ungefähr ein Drittel der BeschäJigten übt einen Sprechberuf aus. Aber nicht nur den Prois, sondern jedem, der vor Gruppen oder mal am Telefon sprechen muss, nutzen Tipps für den effektiven Einsatz der Stimme.Ob Bankkaufleute, Lehrer, Ärzte, Erzieher oder Verkäufer – sie alle sind auf eine gut funktionierende Stimme angewiesen. Beschäftigte in Sprechberufen haben aufgrund der ständigen Beanspruchung häufiger Stimmprobleme als Zugehörige anderer Berufsgruppen: Durch die Atemluft werden beim Ausatmen die Stimmlippen in Schwingung versetzt. Bei Männern schwingen sie 110-mal pro Sekunde, bei Frauen 250-mal. Für einen normalen Arbeitstag im Call Center bedeutet das zum Beispiel, dass die Stimmlippen häufiger als drei Millionen Mal in Bewegung kommen – für untrainierte Stimmen eine starke Beanspruchung. Die Folgen: ein trockener und schmerzender Hals, andauernde Heiserkeit und die Stimme braucht immer länger, um sich zu erholen. Von vielen werden diese Beschwerden nicht ernst genommen, sondern etwa alsAnzeichen einer Erkältung abgetan. Dahinter stecken jedoch oftmals schwerwiegende Stimmprobleme. Deshalb wird empfohlen, sich eingehend untersuchen zu lassen. Der Arzt stellt bei Beschäftigten in Sprechberufen häufig eine funktionelle Stimmstörung fest und verschreibt eine Therapie. Weil kommunikative Fähigkeiten immer wichtiger werden – nicht nur in Sprechberufen, sondern in fast allen Berufszweigen –, wird dort gelernt, wie man seine Stimme ökonomisch einsetzt, damit sie den Belastungen imArbeitsalltag auch gewachsen ist.
Tipps für alle, die viel sprechen
- Machen Sie regelmäßige Pausen und bewegen Sie sich: Die Bewegung hilft Ihrem Körper die Muskelspannung auszubalancieren und wirkt so auch entspannend auf Ihre Stimme.
- Trinken Sie möglichst zwei bis drei Liter am Tag: Sie sollten immer ungekühltes Wasser, Kräuter- oder Früchtetee am Arbeitsplatz haben. Kaffee und schwarzer Tee sind weniger gut geeignet, da sie austrocknend wirken. Sind Gläser oder Becher an Ihrem Arbeitsplatz nicht erlaubt, versuchen Sie esmit „Sportlerflaschen“, die einen Schnellverschluss haben, oder mit verschließbaren Thermotassen.
- Medikamente können austrocknend auf die Stimmewirken. Achten Sie auf die Beipackzettel undweisen Sie den Arzt auf Ihre Sprechtätigkeit hin.
- Lutschen und Kaugummikauen helfen, die Schleimhäute zu befeuchten. Doch zu scharfe, pfefferminzhaltige Lutschbonbons können die Schleimhäute reizen.
- Sie sollten das Rauchen einschränken oder einstellen: Die Schadstoffe der Zigarette greifen Ihre Schleimhäute massiv an.
- Vermeiden Sie häufiges und hartes Räuspern: Durch das Räuspern versuchen Sie, Schleimbeläge zu entfernen, doch dabei knallen die Stimmlippen hart aufeinander und eswird mehr Schleimproduziert, umdie Stimmlippen zu schützen.
- Summen Sie stattdessen oder sprechen Sie einfach weiter. Durch die entstehende Vibration löst sich der Schleim von selbst. Bei einem Frosch im Hals hilft das Aushüsteln.
- Schonen Sie sich und besonders Ihre Stimme bei einer Erkältung: Wenn Sie Ihrer Stimme keine Ruhe gönnen können, bleiben Sie lieber zu Hause.
- Flüstern Sie nicht, um Ihre Stimme zu schonen: Flüstern ist anstrengend. Bei Heiserkeit sollten Sie so wenig wie möglich sprechen.
Angela Krüger,
redaktion@arbeit-und-gesundheit.de

![[Bild] Logo der BG](/images/dguv-logo-l.jpg)




