Dezember 2009
Demografischer Wandel
Gesundheit für jedes Alter
Tatsache ist jedoch: Im europäischen Vergleich ist die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen in Deutschland niedrig. Sie liegt laut OECD derzeit unter 40 Prozent. Der Spitzenreiter Schweden hingegen beschäftigt fast 69 Prozent der 55- bis 64-Jährigen. Hierzulande werden lieber neue Kräfte gesucht anstatt erfahrene zu fördern. Betriebswirtschaftlich gesehen ist das eine Verschwendung von Ressourcen.Nutzerfreundliche Produkte und barrierefreie Räume kommen allen zugute Wer die Arbeitsfähigkeit seiner Belegschaften auf lange Sicht erhalten will, sollte auf vier betrieblichen Handlungsfeldern aktiv werden: Gesundheit, Weiterbildung, Arbeitsgestaltung, Führungsverhalten. Doch vor allem die Vorgesetzten seien noch zu wenig mit dem Thema „altersgerechte Arbeitsbedingungen“ vertraut – es würden vor allem isolierte Maßnahmen für die älteren Semester angeboten, kritisiert Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): „Im betrieblichen Alltag lassen sich Maßnahmen nicht auf Ältere begrenzen.“ Diese Erkenntnis lenkt den Blick weg von einfach bedienbaren Arbeitsmitteln für ältere Menschen hin zu einfach bedienbaren Produkten für alle Menschen.
Arbeitszeit klug gestalten
Eine generelle Verkürzung der täglichen Arbeitszeit für alle älteren Arbeitnehmer ist nicht sinnvoll, da deren Gesundheit und Arbeitsfähigkeit individuell stark verschieden sind. Wohl aber sollten Ältere mehr Pausen machen. Schichtpläne mit schneller Vorwärtsrotation (beginnend mit der Frühschicht, auf die dann Spät- und Nachtschicht folgen) wirken sich günstiger auf die Arbeitsfähigkeit aus als die traditionellen, wöchentlich und rückwärts rotierenden Schichtpläne. Es ist sinnvoll, die Anzahl der Nachtschichten pro Person und Jahr zu verringern. Häufig lässt sich die Nachtschichtbesetzung bei teilautomatisierten Prozessen auch ausdünnen, wenn Tätigkeiten aus der Nacht in Früh- und Spätschichten verschoben werden. Die Frühschicht sollte nicht vor 6 Uhr beginnen. Dies sind die Ergebnisse einer Studie des Karlsruher Institute of Technology (KIT).
Quelle: INQA

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