Dezember 2009
Demografischer Wandel
Gesundheit für jedes Alter
Altersgemischte Teams sind ein gutes, in vielen Betrieben inzwischen bewährtes Prinzip. So stereotyp wie von Bruch beschrieben läuft es im wirklichen Leben natürlich nicht ab. Denn wer will Älteren ernsthaft die Kreativität absprechen? Oder Jüngeren bereits erworbene Erfahrungen für spezielle Anforderungen, die es früher vielleicht so noch gar nicht gab? Nicht nur Teenager erklären ihren Eltern zuhause den DVD-Player, sondern auch Azubis ihrem Meister das Surfen im Intranet. Wer genauer hinsieht, stellt fest, dass „Workability“, also die Arbeitsfähigkeit, neben einer ständigen fachlichen Weiterentwicklung sehr viel mit persönlichen Attributen zu tun hat wie Neugier, Gesundheit und Leistungsbereitschaft. Und diese sind nur bedingt altersabhängig. Jeder kennt einen neugierigen alten beziehungsweise einen desinteressierten jungen Menschen. Es gibt kerngesunde Rentner und chronisch kranke junge Menschen.
Für alle Menschen ist es wichtig, in ihrem Arbeitsplatz betreffende Veränderungen früh eingebunden zu werden. Für Ältere gilt das umso mehr.
Bloß nicht das Lernen verlernen Eine Prognos-Studie beziffert den wirtschaftlichen Schaden durch den vorausgesagten Fachkräftemangel bis zum Jahr 2030 mit 4,6 Billionen Euro. Die Erfahrung, dass sich bewährte Kräfte nicht einfach durch qualifizierten Nachwuchs ersetzen lassen, machen viele Unternehmen bereits jetzt. Trotzdem bekommen geeignete ältere Bewerber selten eine Chance. Sie sind nicht nur teurer als junge Mitarbeiter, sondern werden zudem für wenig lern- und leistungsfähig gehalten. Das sogenannte „Defizitmodell“, welches die mit dem Alter schwindenden Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellt, bot dafür den theoretischen Hintergrund. Inzwischen zeichnet das „Kompetenzmodell“ ein angemesseneres Bild: Es betont die Verlagerung der Kompetenzen mit fortschreitendem Alter.
Das Altern beginnt schon früh Die „Aus-Maße“ unserer Körper verändern sich. Wir werden schwerer, breiter, die körperliche Bewegungsfähigkeit nimmt ab, ebenso unsere Körperkräfte. Dies ist durch Studien vielfach belegt. Dabei machen sich die entscheidenden Veränderungen schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr bemerkbar. Für alle untersuchten Körpermaße gilt: Altersveränderungen existieren, aber sie setzen wesentlich früher ein als bisher angenommen. Dies gilt auch im Hinblick auf Körperkräfte und -beweglichkeit.
Quelle: BAuA

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