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DGUV Arbeit & Gesundheit 5/6 2012

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Gesundheitsschutz

Psychische Leiden nehmen zu

[BKK/red 12.01.2010] - Die Zeiten extrem geringer Krankenstände sind vorüber: Seit 2007 steigen die krankheitsbedingten Fehlzeiten leicht, aber kontinuierlich an. Darunter sind immer häufiger psychisch verursachte Krankheitstage.

Von Januar bis Oktober 2009 lag der Krankenstand bei 4,0 Prozent, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 3,8 Prozent (2007: 3,7 Prozent). Die gravierendsten Steigerungsraten weisen nach wie vor psychische Erkrankungen auf.

Im gesamten Jahr 2008 fehlten die Arbeitnehmer krankheitsbedingt an 13,4 Tagen, zuletzt lagen vor sechs Jahren die Fehltage auf diesem Wert, während 2006 mit 12,4 Tagen die geringsten Krankentage seit 30 Jahren gemeldet wurden. Krankheiten, die bis zu drei Tagen dauern, machen 36 Prozent aller Krankschreibungen aus.

Häufigste Krankheitsursachen Auf Muskel- und Skeletterkrankungen gehen mit 26 Prozent die meisten Krankentage zurück, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 16 Prozent. An dritter Stelle folgen Verletzungen (14 Prozent), deren Anteil gegenüber den Vorjahren abnahm, was auf den Rückgang besonders gefährdender gewerblicher Tätigkeiten zurückzuführen ist. Aktuell sind psychische Erkrankungen mit 10 Prozent aller Krankentage die viert wichtigste Krankheitsgruppe; vor rund 30 Jahren tauchten sie in den Gesundheitsstatistiken kaum auf (1976: 2 Prozent).

Die höchsten Steigerungsraten bei psychischen Krankheiten weisen Arbeitslose auf. In den letzten vier Jahren verdoppelten sich ihre psychisch verursachten Krankheitstage. Bei den weiblichen Beschäftigten haben überdurchschnittlich häufig Telefonistinnen, Krankenpflegerinnen und Sozialarbeiterinnen seelische Leiden; bei den Männern sind vor allem Sozialpädagogen, Sozialarbeiter und Schienenfahrzeugführer wie auch Krankenpfleger betroffen.

Häufigste psychische Erkrankungen sind Angststörungen und Depressionen: Bei rund 20 Prozent aller weiblichen und jedem zehnten männlichen Versicherten über 50 wurden Depressionen diagnostiziert. Die Zunahme dieser Erkrankungen liegt auch an verstärkter Diagnostik und Dokumentation durch die behandelnden Ärzte. Auch rücken „neuere“ Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom in den Vordergrund.

Quelle: BKK zur Übersicht