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DGUV Arbeit & Gesundheit 5/6 2012

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| Bild: Dr. Giso Schmeißer
Dr. Giso Schmeißer
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Prävention

„Da hilft nur Disziplin“

[red 27.07.2009] - Die so genannte Schweinegrippe breitet sich aus und auch harmlosere Erkrankungen machen deutlich, welchen Einfluss Viren auf unseren Alltag nehmen können. ARBEIT UND GESUNDHEIT fragte Dr. Giso Schmeißer - Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin und Leiter des Stabsbereichs Arbeits- und Betriebsmedizin beim BGAG Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - wie sich jeder Einzelne und Betriebe wappnen können.

Fast jedes Unternehmen musste im vergangenen Winter auf Mitarbeiter verzichten, die aufgrund von Infektionen des Magen-Darm-Traktes oder der Atemwege nicht zur Arbeit kommen konnten – allein der Norovirus, der für Brechdurchfälle verantwortlich ist, erwischte laut Statistiken des Robert Koch-Instituts mit rund 125.300 schwer Erkrankten mehr als doppelt so viele Deutsche wie im Vorjahr mit rund 48.700 Fällen. Alarmierend ist, dass die „normale“ Grippe, die saisonale Influenza, allein in Deutschland jährlich eine hohe Zahl von Todesopfern fordert - in der Saison 2005/06 zirka 20.000 mit aktuell stark steigender Tendenz.

Herr Dr. Schmeißer, teilen Sie die Auffassung vieler Experten, dass Viruserkrankungen weiter zunehmen und verstärkt Einfluss auf betriebliche Abläufe nehmen werden?
Ja, damit ist zu rechnen.

Für den Fall, dass sich Erkrankungen ausbreiten, gibt es Pandemiepläne. Worum geht es dabei?
Ein Pandemieplan legt für den Ernstfall die Verfahrensweisen mit dem Ziel fest, alle Beteiligten möglichst rechtzeitig und umfassend zu informieren. Nur dann kann jeder dazu beitragen, die Ausbreitung des Erregers so weit wie möglich zu verhindern. Die richtigen persönlichen Verhaltensweisen wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen spielen in diesem Zusammenhang eine ganz wesentliche Rolle - da hilft nur Disziplin.

Auf organisatorischer Ebene ist das Umschalten von „Normal-“ auf „Sonderbetrieb" entscheidend. Das muss in den betrieblichen Abläufen strukturiert geschehen – und geht natürlich nur mit entsprechender Planung. Dazu gehört, dass zum einen dringend erforderliche Abläufe und Tätigkeiten sichergestellt sind, zum anderen alle Arbeiten, die nicht zwingend erledigt werden müssen, eingestellt werden - und zwar so lange, bis die akute Situation vorbei ist.
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