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Aus der Wissenschaft
Schlechte Arbeitsbedingungen im Gastgewerbe
[EU-OSHA/red, 13.11.2008] - Der neue Bericht „Schutz für die Beschäftigten von Hotels, Restaurants und Cateringunternehmen“ der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) beleuchtet die Veränderungen der Arbeitsbedingungen in der Branche zwischen 1995 und 2000. Diese sind laut des Berichts zunehmend von hohen psychosozialen Risiken und körperlichen Belastungen für die Beschäftigten bestimmt.
Psychosoziale Belastungen besonders hoch
Für die Angestellten in Hotels, Restaurants und anderen Gastronomiebetrieben bedeutet dies: lange und unregelmäßige Arbeitszeiten, ein hohes körperliches Belastungsniveau, Zeitdruck, Stress. Dadurch wird die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erheblich erschwert. Zudem werden Gastronomiebeschäftigte im Vergleich mit Arbeitnehmern in anderen Branchen überdurchschnittlich oft Opfer von Gewalt, Belästigung und Diskriminierung durch Kunden, Kollegen oder Arbeitgeber: 12 Prozent sind Einschüchterungsversuchen ausgesetzt (gegenüber 8,5 Prozent bei Arbeitnehmern in anderen Branchen), 6,5 Prozent körperlicher Gewalt (gegenüber 3,5 Prozent), 8 Prozent sexuellen Belästigungen (gegenüber 2 Prozent) und 10,5 Prozent Diskriminierungen (gegenüber 6,5 Prozent). Langes Stehen und das Tragen schwerer Lasten sowie eine hohe Lärmbelastung gefährden außerdem die körperliche Gesundheit. Dies führt zu Erkrankungen des Bewegungsapparats, Hautkrankheiten und Atemwegserkrankungen.
Beteiligung der Arbeitnehmer am Arbeitsschutz
Darüber hinaus stellt die Europäische Agentur in ihrem Bericht jedoch auch Beispiele für erfolgreiche Risikoprävention vor. An diesen können sich nicht nur Restaurants und Hotels, sondern auch Schulkantinen, Clubs und Bars orientieren. Zu einer wirkungsvollen Gefahrenverhütung gehören laut EU-OSHA eine gründliche Risikobewertung, die Beteiligung der Arbeitnehmer am Arbeitsschutz sowie Schulungen, die eine erfolgreiche Umsetzung der Präventionsmaßnahmen gewährleisten.
Die deutsche Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten, die an der Erarbeitung des Berichts beteiligt war, bietet in Kooperation mit Krankenkassen und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband unter anderem Beratungen, Sprechstunden und kostenfreie Seminare an. Hier können sich Unternehmer und Beschäftigte unter anderem zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, aber auch zu erfolgreicher Führung, Zeitmanagement und zum richtigen Umgang mit Stress weiterbilden.
Zum Bericht (in englischer Sprache: „Protecting Workers in Hotels, Restaurants and Catering“):
Weitere Informationen zum Gesundheitsschutz im Gastgewerbe finden Sie hier.
Das Angebot der BGN finden Sie unter www.bgn.de.
Quelle: Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

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