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Titelbild Ausgabe 3/4 2012

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August 2006
| Bild: Eis, Foto: Getty Images |

Salmonellen

Gefahr aus der Kühltruhe

Erkrankungen durch verdorbene Lebensmittel sind keine Seltenheit.
In Deutschland melden die Ärzte jährlich rund 50.000 Fälle von Salmonellen-Infektionen. Experten schätzen die Dunkelziffer um das Zehn- bis Zwölffache höher ein. Wie gefährlich ist die Salmonellose tatsächlich und woher droht die Gefahr?
Das Risiko einer Salmonelleninfektion durch die Nahrung steigt in den Sommermonaten sprunghaft an. Der Grund dafür sind oftmals unsauber zubereitete Speisen oder das so beliebte Speiseeis. Gerade im Hochsommer wird es in der Mittagspause gerne mal geschleckt. Das Bratwürstchen und der Kartoffelsalat sind auch auf sommerlichen Betriebsfesten sehr willkommen. Steht jedoch der Kartoffelsalat mit selbst gemachter Mayonnaise für längere Zeit ungekühlt auf dem Tisch, können sich die gefährlichen Krankheitserreger ungebremst vermehren.

Erhöhtes Risiko Immunschwäche
Rund ein Drittel der Bevölkerung gehört zu den Risikogruppen für eine Salmonelleninfektion. Besonders leicht infizieren sich ältere Mitbürger, Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Wie heftig die Erkrankung sich auswirkt, hängt von der Anzahl der Keime und dem Immunsystem des Betroffenen ab: Die Folgen können starke Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Fieber sein. Vereinzelt führen Vergiftungen sogar zum Tod. Salmonellen werden besonders häufig durch rohe Eier übertragen. Am sichersten ist es deshalb, in den Sommermonaten ganz auf Mayonnaise und Süßspeisen, die mit rohen Eiern zubereitet werden, zu verzichten. So schwer es auch fällt: Tiramisu und Pudding mit Eischnee sollten tabu sein. Unbedenklich bleiben gebratene oder gekochte Eier. Ähnliches gilt bei Fleischprodukten: Erst das richtige Durchbraten von Hähnchen und Hackfleisch garantiert, dass die gefährlichen Keime abgetötet sind.

Kühlen als Keimstopp
Wichtig ist zudem, dass gekühlte Produkte auch gekühlt bleiben – ganz besonders bei Tiefkühlkost. Angetaute Lebensmittel enthalten bereits erheblich mehr Bakterien und krankheitsauslösende Keime. Ist die Eiscreme einmal angetaut, sollte man sie lieber gleich entsorgen.

Werden Eier und Fleisch im Kühlschrank gelagert, sollte die Temperatur fünf Grad Celsius nicht überschreiten.

Grundsätzliche Hygieneregeln gelten auch zum Schutz vor Salmonellen:
  • Hände immer vor und nach der Essenszubereitung waschen
  • Wischlappen nach jedem Gebrauch heiß spülen und mindestens alle zwei Tage wechseln
  • Beim Umgang mit rohem Geflügel: Alles reinigen, was mit der Auftauflüssigkeit in Berührung gekommen ist
  • Nicht das gleiche Schneidebrett für Fleisch und andere Nahrungsmittel benutzen.

Die in Deutschland bei Beständen von mehr als 250 Junghennen vorgeschriebene Impfung gegen Salmonellen über das Trinkwasser bietet noch keinen ausreichenden Schutz. Es finden sich immer noch zahlreiche Tiere, bei denen die Impfung nicht anschlägt. Ein neuer Impfstoff, der dem Geflügel intramuskulär verabreicht wird, lässt jedoch hoffen. Bei dieser Methode sind es nur noch 0,3 Prozent der Eier, die Salmonellen enthalten. So könnte das Thema Salmonellen bald keines mehr sein.

ARBEIT UND GESUNDHEIT WissenSalmonellen sind weit verbreitet, sie gehören zur Gruppe der Zoonoseerreger. Zoonosen sind Infektionen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Daher sind meist Lebensmittel betroffen, die von Tieren stammen, wie rohes Fleisch und rohe Eier. Seltener kamen auch schon Infektionen durch Schokolade oder Trockenmilchprodukte vor. Bei den Tieren selber bleibt die Infektion in aller Regel unentdeckt, da sie keine Krankheitserscheinungen zeigen.
Eva Schmidt, redaktion@arbeit-und-gesundheit.de
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