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Titelbild Ausgabe 3/4 2012

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Januar 2006
| Bild: Blumenverkäuferin |

Best Practice

Gesund im Laden an der Ecke

Wie gesund sind die Beschäftigten in Berliner Einzelhandelsunternehmen? Eine Pilotstudie gibt Aufschluss und bietet zugleich kleinen Betrieben Anleitung für einen schnellen Check des eigenen Gesundheitsprofils.
Betriebliche Gesundheitsförderung findet in größeren Unternehmen bereits seit einigen Jahren konsequente Anwendung. Dabei geht es sowohl um gesundes Verhalten als auch gesunde Arbeitsverhältnisse, wie zum Beispiel die Optimierung der Abläufe und des Arbeitsumfeldes der Mitarbeiter. Neben körperlichen Aspekten rücken dabei zunehmend psychische Komponenten in den Mittelpunkt – Stichworte sind angenehmes Arbeitsklima, Akzeptanz, Aufstiegs- und Entfaltungsmöglichkeiten, angemessene Bezahlung. Auch für kleine Unternehmen ist die gesunde, motivierte Belegschaft ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Die Betriebe dabei zu unterstützen war Ziel eines Pilotprojektes der AOK Berlin, der Industrie- und Handelskammer Berlin, dem Handelsverband Berlin-Brandenburg, der Gesellschaft für Betriebliche Gesundheitsförderung sowie der Berufs-genossenschaft des Einzelhandels (BGE). Beschäftigte der Berliner Einzelhandelsbranche wurden befragt unter anderem zu Beispielen psychischer Erschöpfung und körperlicher Beeinträchtigungen, zu Überforderungen und ergonomischen Belastungen sowie zu Anerkennung und sozialer Unterstützung bei der Arbeit.

Befragungsergebnisse

• Beschäftigte mit Festlöhnen schätzen ihre gesundheitliche Situation besser ein als Arbeitnehmer mit reinen Leistungslöhnen.
• Beschäftigte, die ihre Arbeitszeiten kurzfristig beziehungsweise weniger als eine Woche im Voraus erfahren, geben viel häufiger eine psychische Erschöpfung an.
• Wer seine Arbeitszeiten einen oder mehr Monate im Voraus kennt, fühlt sich auch psychisch weniger erschöpft.

Die Ergebnisse geben wichtige Ansatzpunkte, wie Betriebe gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen schaffen und positiven Einfluss auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter nehmen können.

Um dies auch dem „Laden an der Ecke“ möglichst einfach zu machen, wurde aus den Ergebnissen der Befragung der „Selbstcheck“ entwickelt: ein Fragebogen für Einzelhandelsunternehmer. Diese können nun ohne weitere Hilfe ihre betriebliche Gesundheitssituation und damit einhergehende unternehmensspezifische Stärken und Schwächen ermitteln. Mit dem Check kann außerdem das Gesundheitsprofil des eigenen Unternehmens mit der Branche verglichen werden. Stellt ein Einzelhändler fest, dass er in bestimmten Bereichen vom Niveau der Mitbewerber abweicht oder möchte es grundsätzlich verbessern, kann er Hilfe und Beratungsangebote der Projektpartner nutzen.Um zu prüfen, ob die eingeleiteten Maßnahmen zu den gewünschten Verbesserungen geführt haben, empfehlen die Projektpartner einen weiteren Selbstcheck nach Ablauf eines halben Jahres.

Bleibt zu fragen, ob der Selbstcheck aus Berlin auch für andere Einzelhändler nützlich ist? „Wir haben dieses Instrument für die Einzelhändler in der Hauptstadt entwickelt“, so Jens Wohlfeil, der Projektverantwortliche der AOK Berlin. „ Eine Übertragung dieser Arbeit kann aus unserer Sicht erfolgreich sein, wenn die gesamte Vorgehensweise mit übernommen wird.“

BGE/mir, redaktion@arbeit-und-gesundheit.de
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